Donnerstag, 29. August 2013
Ging voll in die Hose - aber viel gelernt :-)
renniliebe, 13:18h
Es soll meine erste Tour mit Pommes (so heißt mein Rennrad ☺) mit Karte bzw. Navi sein. Von Wuntsorf nach Hause, Osnabrück - 115 Kilometer, ist erst einmal nicht besonders weit, aber eine unbekannte Strecke, aus der auch schnell mehr werden können.
Es soll der Startschuss sein, meine Vision zu leben.
Die Vision, dass Pommes und ich mit Unterstützung von Sponsoren erst Brevets fahren und nach und nach die Streckenlänge erweitern, um mehrere 100 Kilometer am Stück zu fahren. Die ganze Sache soll sinngebend sein. Radfahren ist mein Sinn, im Sattel bin ich einfach zu Hause und, wenn ich alle gefahrene Kilometer gemeinnützigen o.a. regionalen Einrichtungen spende, ist doch die Liszenz zum Vielfahren, toll, oder ;-) ?
Und schon Tage zuvor, bin ich so aufgeregt, dass ich ununterbroche esse. „Ist nicht schlimm, Samstag radele ich alles wieder ab“, denke ich mir.
Ja, und wenn nicht. „Vielleicht verschiebe ich die Tour“, blitzt es immer wieder in meinem Kopf. Es ist ja immerhin auch Gewitter, oder zumindest Regen angesagt. Und ich hasse Gewitter.
Nein, das geht nicht. Ich habe es mir vorgenommen und viel Schlimmer: ich habe eine riesen Lust auf die Tour. Neue Strecken und Bilder, Terretorium erweitern und schließlich soll es der Startschuss zu meiner Vision sein.
Es fühlt sich an, wie der Monment als ich meinen ersten „Hundeter“ gefahren bin, was 2006 war und ich heute mittlerweile jeden Tag „abfrüstücke“. Man wächst eben mit seinen Aufgaben.
Also, machen Pommes und ich uns auf, Richtung Bahnhof. Nach alter Tradition plane ich im Zug zu frühstücken. Zur Abwechslung bekomme ich jetzt kaum einen Bissen runter, weil ich natürlich immer noch aufgeregt bin
So, Samstag, 17. August, ca. 14.30 Uhr. Navi angestellt und kurzer Blick auf die Karte, um an den nächsten Städtchen zu orientieren. Immerhin ist es das erste Mal, dass ich der Frau in meinem Handy, die mir die Route ins Ohr säuselt, Vertrauen schenke oder schenken sollte.
Das Wetter ist optimal: trocken, schön warm. Bei mir kann es nie warm genug sein und los geht’s:
Die ersten 20 Kilometer folge ich artig der Frauenstimme. Auch wenn ich sie kaum verstehe, weil der Wind an meinem Ohr Platz genommen hat.
Und dann auf einmal schweigt die Frauenstimme und es sind noch knapp 100 Kilometer.
Ich schaue auf meine Karte, die ich mittlerweile kaum lesen kann, weil sie so zerknickt und die Schrift doch verdammt klein ist, die noch kleiner wirkt, weil die Brillenstärke, die ich mit meiner Radbrille trage, nicht mehr die aktuellste ist.
„Na gut“, denke ich mir. Dann eben anders. Ich nehme das Handy in die Hand und schaue auf das Display, welche Route mir empfohlen wird zu fahren. Aber das dauert.
Erst stellt sich mein Handy ständig aus, so dass ich die Navifunktion immer wieder aufrufen muss. Derweil fahre ich, noch immer guter Dinge, die letzten drei Kilometer viermal hin und her, weil ich mir nicht sicher bin, welche nun die richtige Fährte ist. Unter anderem bin ich in einem Wildpark gelandet, welcher zu einem anderen Zeitpunkt zu einem anderen Anlass sicher ein attraktiver Ausflugsort ist.
Mittlerweile hat „meine Frau“ auch ihre Pause beendet und ist auf einmal wieder da. Ich mache ihr aber nun das Leben nicht besonders leicht. Denn durch mein hin- und her gefahre, muss sie permanent die Route neu berechnen und kommt nicht so recht hinterher.
So, zehn Kilometer später und noch an der selben Stelle, sind „meine Frau“ und ich wieder auf einem Nenner.
Also, los – weiter geht’s. Hoffentlich „weiter“.
Frohen Mutes folge ich wieder der Stimme – zumindest für weitere drei Kilometer. Dann stehe ich vor einem Waldweg, leider habe ich Pommes´ „Wanderschuh“ zu Hause gelassen. Pommes ist einfach kein Crossrad, möchte es auch nicht sein.
Also drehe ich um und fahre, wie ich es so oft mache nach Intuition, um diese stelle zu umfahren.
Und schon ist „meine Frau“ wieder überfordert, weil sie die Route sekündlich neu berechnen muss.
Über kurz oder lang (gefühlt er lang), finden wir wieder zusammen.
Ich muss noch erwähnen, dass ich meine Tour noch, in Form eines seitenweisen Ausdrucks, dabei habe. Dieser hilft mir mittlerweile sicherlich nicht mehr weiter, weil ich den angegeben Pfad mehrfach verlassen habe. Und ich gehe stark davon aus, dass die Route aus meinem Handy, mit der die ich mir vom Routenplaner ausgedruckt habe nicht übereinstimmt.
Wir, drei („meine Frau“, Pommes und ich) fahren weitere 20 Kilometer um, dann vor dem gleichen „Waldwegproblem“ zu stehen, wie schon vor einer halben Stunde.
Ich mache „meine Frau“ wahnsinnig:“ Straße Richtung Westen folgen“, ruft sie mir minutenlang zu und habe ihr mittlerweile den Dienst quittiert, vertraue ihr nicht mehr. „Ich höre gar nicht mehr auf dich“, schnauze ich sie an.
Ich versuche das Navi oder zumindest die Stimme auszustellen. Aber die Sonne blendet und ich finde, die Stelle nicht. So drücke ich auf mein Handy, wo die richtige Stelle, sein könnte. Klappt, Gott sei Dank.
Da ich die Strecke von den Zugfahrten nach Braunschweig kenne, überlege ich so zu fahren, wie ich es immer mache:
Frei nach Schnauze. Ich sehe den nächsten größeren Ort, den ich als Zughaltestelle kenne. Überzeugt von meiner Idee, fahre ich da entlang. Wieder keine drei Kilometer später: Waldweg! Und Pommes ist und bleibt kein Crossrad.
Langsam etwas abgenervt fahre ich zurück zur nächsten Hauptstraße.
Ich blicke auf meine Karte, die mittlerweile ausschaut, als wäre sie im Schredder gewesen. Ich erkenne noch immer nicht viel. Aber was ich sehe, bzw. nicht sehe, reicht, um meinen Puls langsam nach oben schnellen zu lassen:
Die Orte auf meiner Karte, stimmen mit denen , die auf den Schildern auf der Straße sehe, nicht überein.
Eine Chance räume ich mir noch ein. Die, mit der ich „zu Hause“ auch immer „gut fahre“:
Ich fahre die Landstraße entlang der Städte, die ich kenne. Das ist eh meist der kürzere Weg, als durch die Walachei.
Diese Möglichkeit erspähe ich auch. Überprüfe noch mit einem Blick auf meine Fledderkarte, aber selbst DIESEN Ort gibt es dort nicht.
Mittlerweile bin ich meiner Ideen ziemlich unsicher, überlege kurz, ob ich es riskiere, entscheide mich dann, aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und weniger fortgeschrittenen Strecke, dazu, 20 Kilometer zurück nach Wunstorf zu fahren.
Mit einem dicken (Kloß im) Hals und einer furchtbaren Lust Bier in meine Kehle zu schütten, fahre ich zurück, ohne Karte, ohne Navi – der Nase nach.
Etwas unsicher bzgl. des erfolgreichen Findens des Rückweges, überlege ich schon genervt, mir ein Zimmer zu nehmen und Sonntag neu anzugreifen. Ich möchte jetzt radeln und nicht schon wieder Zugfahren. Aber es geht ja nicht immer darum was man möchte, nicht wahr?
Nachdem ich mich nur zweimal kurz verfahren habe, bin ich doch tatsächlich am Bahnhof in Wunstorf angekommen, habe mich schnell mit ein paar Bier versorgt und hatte dann doch Glück, weil meine Bahn zeitnah eingetrudelt ist.
Es hat ja alles einen Sinn:
Auch, wenn ich die Tour nicht so umsetzen konnte, wie ich es geplant habe, war ich sehr enttäuscht und traurig.
Ich sehe es allerdings als Übungsfeld. Ich weiß worauf ich bei der Streckenführung mit Navi achten muss, dass das Handy oder besser ein „richtiges“ Navi näher ans Ohr muss, wie ich meinen „Getränkecocktail“ mische, wie ich in Phasen, in denen es nicht so klappt, wie es soll, doch rational zu reagieren und mich nicht von den Gefühlen oder der Sturrheit leiten zu lassen.
Und last but not least:
Der Akku meines Handys, hat kurz nachdem ich im Zug saß, den Geist aufgegeben..... das wäre sonst mitten auf der Strecke passiert.....
In drei Wochen möchte ich eigentlich von Braunschweig nach Osnabrück fahren, mal sehen, ob und wie es mache ;-).
Bis dahin und noch einen schönen Rennrad-/Sommer.
Es soll der Startschuss sein, meine Vision zu leben.
Die Vision, dass Pommes und ich mit Unterstützung von Sponsoren erst Brevets fahren und nach und nach die Streckenlänge erweitern, um mehrere 100 Kilometer am Stück zu fahren. Die ganze Sache soll sinngebend sein. Radfahren ist mein Sinn, im Sattel bin ich einfach zu Hause und, wenn ich alle gefahrene Kilometer gemeinnützigen o.a. regionalen Einrichtungen spende, ist doch die Liszenz zum Vielfahren, toll, oder ;-) ?
Und schon Tage zuvor, bin ich so aufgeregt, dass ich ununterbroche esse. „Ist nicht schlimm, Samstag radele ich alles wieder ab“, denke ich mir.
Ja, und wenn nicht. „Vielleicht verschiebe ich die Tour“, blitzt es immer wieder in meinem Kopf. Es ist ja immerhin auch Gewitter, oder zumindest Regen angesagt. Und ich hasse Gewitter.
Nein, das geht nicht. Ich habe es mir vorgenommen und viel Schlimmer: ich habe eine riesen Lust auf die Tour. Neue Strecken und Bilder, Terretorium erweitern und schließlich soll es der Startschuss zu meiner Vision sein.
Es fühlt sich an, wie der Monment als ich meinen ersten „Hundeter“ gefahren bin, was 2006 war und ich heute mittlerweile jeden Tag „abfrüstücke“. Man wächst eben mit seinen Aufgaben.
Also, machen Pommes und ich uns auf, Richtung Bahnhof. Nach alter Tradition plane ich im Zug zu frühstücken. Zur Abwechslung bekomme ich jetzt kaum einen Bissen runter, weil ich natürlich immer noch aufgeregt bin
So, Samstag, 17. August, ca. 14.30 Uhr. Navi angestellt und kurzer Blick auf die Karte, um an den nächsten Städtchen zu orientieren. Immerhin ist es das erste Mal, dass ich der Frau in meinem Handy, die mir die Route ins Ohr säuselt, Vertrauen schenke oder schenken sollte.
Das Wetter ist optimal: trocken, schön warm. Bei mir kann es nie warm genug sein und los geht’s:
Die ersten 20 Kilometer folge ich artig der Frauenstimme. Auch wenn ich sie kaum verstehe, weil der Wind an meinem Ohr Platz genommen hat.
Und dann auf einmal schweigt die Frauenstimme und es sind noch knapp 100 Kilometer.
Ich schaue auf meine Karte, die ich mittlerweile kaum lesen kann, weil sie so zerknickt und die Schrift doch verdammt klein ist, die noch kleiner wirkt, weil die Brillenstärke, die ich mit meiner Radbrille trage, nicht mehr die aktuellste ist.
„Na gut“, denke ich mir. Dann eben anders. Ich nehme das Handy in die Hand und schaue auf das Display, welche Route mir empfohlen wird zu fahren. Aber das dauert.
Erst stellt sich mein Handy ständig aus, so dass ich die Navifunktion immer wieder aufrufen muss. Derweil fahre ich, noch immer guter Dinge, die letzten drei Kilometer viermal hin und her, weil ich mir nicht sicher bin, welche nun die richtige Fährte ist. Unter anderem bin ich in einem Wildpark gelandet, welcher zu einem anderen Zeitpunkt zu einem anderen Anlass sicher ein attraktiver Ausflugsort ist.
Mittlerweile hat „meine Frau“ auch ihre Pause beendet und ist auf einmal wieder da. Ich mache ihr aber nun das Leben nicht besonders leicht. Denn durch mein hin- und her gefahre, muss sie permanent die Route neu berechnen und kommt nicht so recht hinterher.
So, zehn Kilometer später und noch an der selben Stelle, sind „meine Frau“ und ich wieder auf einem Nenner.
Also, los – weiter geht’s. Hoffentlich „weiter“.
Frohen Mutes folge ich wieder der Stimme – zumindest für weitere drei Kilometer. Dann stehe ich vor einem Waldweg, leider habe ich Pommes´ „Wanderschuh“ zu Hause gelassen. Pommes ist einfach kein Crossrad, möchte es auch nicht sein.
Also drehe ich um und fahre, wie ich es so oft mache nach Intuition, um diese stelle zu umfahren.
Und schon ist „meine Frau“ wieder überfordert, weil sie die Route sekündlich neu berechnen muss.
Über kurz oder lang (gefühlt er lang), finden wir wieder zusammen.
Ich muss noch erwähnen, dass ich meine Tour noch, in Form eines seitenweisen Ausdrucks, dabei habe. Dieser hilft mir mittlerweile sicherlich nicht mehr weiter, weil ich den angegeben Pfad mehrfach verlassen habe. Und ich gehe stark davon aus, dass die Route aus meinem Handy, mit der die ich mir vom Routenplaner ausgedruckt habe nicht übereinstimmt.
Wir, drei („meine Frau“, Pommes und ich) fahren weitere 20 Kilometer um, dann vor dem gleichen „Waldwegproblem“ zu stehen, wie schon vor einer halben Stunde.
Ich mache „meine Frau“ wahnsinnig:“ Straße Richtung Westen folgen“, ruft sie mir minutenlang zu und habe ihr mittlerweile den Dienst quittiert, vertraue ihr nicht mehr. „Ich höre gar nicht mehr auf dich“, schnauze ich sie an.
Ich versuche das Navi oder zumindest die Stimme auszustellen. Aber die Sonne blendet und ich finde, die Stelle nicht. So drücke ich auf mein Handy, wo die richtige Stelle, sein könnte. Klappt, Gott sei Dank.
Da ich die Strecke von den Zugfahrten nach Braunschweig kenne, überlege ich so zu fahren, wie ich es immer mache:
Frei nach Schnauze. Ich sehe den nächsten größeren Ort, den ich als Zughaltestelle kenne. Überzeugt von meiner Idee, fahre ich da entlang. Wieder keine drei Kilometer später: Waldweg! Und Pommes ist und bleibt kein Crossrad.
Langsam etwas abgenervt fahre ich zurück zur nächsten Hauptstraße.
Ich blicke auf meine Karte, die mittlerweile ausschaut, als wäre sie im Schredder gewesen. Ich erkenne noch immer nicht viel. Aber was ich sehe, bzw. nicht sehe, reicht, um meinen Puls langsam nach oben schnellen zu lassen:
Die Orte auf meiner Karte, stimmen mit denen , die auf den Schildern auf der Straße sehe, nicht überein.
Eine Chance räume ich mir noch ein. Die, mit der ich „zu Hause“ auch immer „gut fahre“:
Ich fahre die Landstraße entlang der Städte, die ich kenne. Das ist eh meist der kürzere Weg, als durch die Walachei.
Diese Möglichkeit erspähe ich auch. Überprüfe noch mit einem Blick auf meine Fledderkarte, aber selbst DIESEN Ort gibt es dort nicht.
Mittlerweile bin ich meiner Ideen ziemlich unsicher, überlege kurz, ob ich es riskiere, entscheide mich dann, aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und weniger fortgeschrittenen Strecke, dazu, 20 Kilometer zurück nach Wunstorf zu fahren.
Mit einem dicken (Kloß im) Hals und einer furchtbaren Lust Bier in meine Kehle zu schütten, fahre ich zurück, ohne Karte, ohne Navi – der Nase nach.
Etwas unsicher bzgl. des erfolgreichen Findens des Rückweges, überlege ich schon genervt, mir ein Zimmer zu nehmen und Sonntag neu anzugreifen. Ich möchte jetzt radeln und nicht schon wieder Zugfahren. Aber es geht ja nicht immer darum was man möchte, nicht wahr?
Nachdem ich mich nur zweimal kurz verfahren habe, bin ich doch tatsächlich am Bahnhof in Wunstorf angekommen, habe mich schnell mit ein paar Bier versorgt und hatte dann doch Glück, weil meine Bahn zeitnah eingetrudelt ist.
Es hat ja alles einen Sinn:
Auch, wenn ich die Tour nicht so umsetzen konnte, wie ich es geplant habe, war ich sehr enttäuscht und traurig.
Ich sehe es allerdings als Übungsfeld. Ich weiß worauf ich bei der Streckenführung mit Navi achten muss, dass das Handy oder besser ein „richtiges“ Navi näher ans Ohr muss, wie ich meinen „Getränkecocktail“ mische, wie ich in Phasen, in denen es nicht so klappt, wie es soll, doch rational zu reagieren und mich nicht von den Gefühlen oder der Sturrheit leiten zu lassen.
Und last but not least:
Der Akku meines Handys, hat kurz nachdem ich im Zug saß, den Geist aufgegeben..... das wäre sonst mitten auf der Strecke passiert.....
In drei Wochen möchte ich eigentlich von Braunschweig nach Osnabrück fahren, mal sehen, ob und wie es mache ;-).
Bis dahin und noch einen schönen Rennrad-/Sommer.
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